Wald erleben!
Die 3./4. Klasse entdeckt und erforscht den Wald

Der Wald spielt für uns Kinder der 3./4. Klasse in diesem Herbst und Winter eine besondere Rolle. Er ist nicht nur ein Lernort, sondern ein Platz zum Staunen, Forschen, Entdecken und kreativ Arbeiten. Für viele Kinder bedeutet der Wald Abenteuer in Form eines natürlichen Spielplatzes. Andere sehen ihn als Zuhause für Tiere oder als wichtigen Ort für die Natur. Diese persönlichen Zugänge standen am Anfang unseres Waldprojekts.
Aber wofür brauchen andere den Wald?
Um herauszufinden, wie Menschen ausserhalb der Schule den Wald wahrnehmen, führten wir Interviews mit Erwachsenen – Nachbarn, Eltern, Grosseltern oder Bekannten.
„Der Wald ist wichtig, weil er uns saubere Luft gibt.“
„Ich gehe dort spazieren, um abzuschalten.“
„Der Wald liefert Holz, aus dem Möbel oder Häuser entstehen.“
„Er ist ein Lebensraum für viele Tiere.“ –
so klang es aus dem Dorf.
Gemeinsam sammelten und ordneten wir die Antworten. Dabei zeigte sich, wie vielseitig der Wald genutzt wird – als Erholungsraum, Rohstofflieferant, Schutzraum und Lebensraum. Uns wurde bewusst, wie bedeutsam dieser Ort für Menschen und Natur ist. Zudem erkannten wir, dass Interviews eine wertvolle Methode sind, um Informationen direkt von Menschen aus ihrem Umfeld zu gewinnen.

In regelmässigen Abständen gehen wir natürlich auch in den Wald. Dort erleben wir den Lebensraum hautnah: Wir beobachten Tiere und Pflanzen, hören auf die Geräusche des Waldes, erkunden Bodenstrukturen oder bauen und basteln Dinge aus Naturmaterialien.
Das Lernen draussen macht besonders Freude – und plötzlich versteht man Fachbegriffe wie „Humus“, „Zersetzung“ oder „Stockwerkbau des Waldes“ ganz praktisch.
Im Schulzimmer vertiefen wir unsere Erfahrungen in einer Lernwerkstatt. Dort arbeiten wir zu Themen wie Tierspuren, Artenvielfalt oder dem Aufbau der Waldstockwerke. So verbinden wir unseren Beobachtungen im Wald mit vertieftem Wissen in der Schule.
Ein Höhepunkt war unser Rundgang mit dem Förster. Er erklärte uns unterwegs viele spannende Dinge über den Wald. So erfuhren wir zum Beispiel, warum Bäume gefällt werden – nämlich damit der Wald ein sicherer Ort ist und Schutz bietet, gesund bleibt und genügend Licht für junge Bäume durchdringt. Wir lernten auch, wie ein Wald aufgebaut ist: Von der Krautschicht über die Sträucher bis hin zu den hohen Baumriesen – jede Schicht hat ihre eigene Funktion. Zudem zeigte der Förster, was mit dem Laub auf dem Waldboden passiert. Es wird von Kleintieren, Pilzen und Mikroorganismen zersetzt und verwandelt sich nach und nach in nährstoffreichen Humus. Wir lernten: Nichts im Wald ist zufällig – alles hängt zusammen.



Wir durften auch beobachten, wie ein Baum gefällt wird. Natürlich geschah dies sorgfältig und kontrolliert. Ein Teil des Holzes durften wir mitnehmen – denn unser Projekt ging weiter:
Das Holz wanderte von der Schule direkt in die Schreinerei.
In der Schreinerei lernten wir, wie Holz weiterverarbeitet wird:
sägen, schleifen, bohren, messen – und vor allem: genau arbeiten.
Aus dem mitgebrachten Holz und Nielen aus dem Wald, ergänzt mit Backsteinen und Bambus, entstand Schritt für Schritt ein Wildbienenhaus. Wir leisteten alle unseren Beitrag, sodass am Ende ein funktionales Zuhause für Wildbienen entstand, das später im Schulgarten auf dem Schulhausareal angebracht wird.






Wir erleben also vollumfänglich, wie viel der Wald uns schenkt – frische Luft, Lebensraum, Holz, Erholung – und wie wichtig es ist, sorgsam mit ihm umzugehen.
Wir freuen uns schon auf die nächsten Waldausflüge!


